Sigfried Giedion – Befreites Wohnen

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Lars Müller Publishers – 2019

Sigfried Giedions kurzes, doch eindringliches Manifest Befreites Wohnen ist ein früher Ausdruck der Ideenlehre modernen Wohnens. Giedion, ein Wortführer der Architekturavantgarde und überzeugter Verfechter der «Wohnung für das Existenzminimum», fasst entlang zahlreicher Illustrationen die wichtigsten Gedanken der modernen Architektur zusammen. In einem einleitenden Text setzt sich Giedion unter anderem mit der Industrialisierung sowie ihrem Einfluss auf den öffentlichen Wohnungsbau zu Beginn des 20. Jahrhunderts auseinander.

Das Buch erschien 1929 in der populären Reihe Schaubücher beim Zürcher Verlag Orell Füssli und war ursprünglich als didaktischer Bildband für Laien gedacht. Heute ist es ein Schlüssel zum Verständnis der Kernthemen der Internationalen Kongresse Moderner Architektur (CIAM), deren Mitbegründer und Sekretär Giedion war.

Befreites Wohnen bezieht seine argumentative Stärke aus bildlichen Vergleichen und ist das einzige Buch, das der Kunsthistoriker selbst gestaltet hat. Die Faksimile-Ausgabe wird ergänzt durch einen wissenschaftlichen Essay von Reto Geiser, der das Werk in den Kontext seiner Zeit stellt und seine Relevanz für den damaligen architektonischen Diskurs hervorhebt.

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