Paul Graham – Mother (signiert)

140,00 

MACK 2019

Künstler, die ihre Mutter zeichnen oder malen, sind in der Kunstgeschichte zu einer Ikone geworden – von Whistler über Freud, Cezanne, Hockney, Ingres, Gauguin oder Dürer, deren brutal ehrliche Porträts seiner Mutter darauf bestanden, dass „auch die kleinsten Falten und Adern nicht ignoriert werden dürfen“. Paul Grahams erstes großes Werk seit„Does Yellow Run Forever?“aus dem Jahr 2014. enthält Porträts seiner älteren Mutter, die auf ihrem Stuhl in einer Seniorengemeinschaft in England sitzt.

Grahams Kamera bewegt sich kaum, während seine Mutter schläft, die Augen geschlossen, in fast jedem Bild. Unsere Palette sind die sanften Töne des Alters – eine geblümte Bluse, eine rosa oder lavendelfarbene Strickjacke – das Licht kommt aus einem einzigen Tageslichtfenster, weich, natürlich und konstant. Mit wenig Versuch, uns fotografisch zu „unterhalten“, beginnen wir, subtile Verschiebungen des sorgfältig ausgewählten Fokus von einem Auge zum anderen zu einem losen Faden an einem Knopf oder einer vereinzelten Haarsträhne zu bemerken. In der Zeit eingefroren, drückt sich das Ausfransen des Lebens in bescheidenen Details aus. Eine starke emotionale Resonanz entsteht durch zärtliche Beobachtung.

Sterblichkeit und die langsame Entwirrung des hohen Alters sind hier das Hauptthema, aber im Kern dieser Bilder gibt es auch eine Dualität: Während wir zwischen Leben und Tod schwanken, kehren Kinder und Eltern die Rollen um – der Behütete wird zum Beobachter, das Geschaffene wird zum Schöpfer.

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