Hannah Modigh – Delta (signiert)

75,00 

Editions Bessard 2019
“Einige Zweige gehen weiter, andere trocknen aus, die Spuren bleiben zurück. So treiben wir, wie ein Delta. Meine Großmutter war 100 Jahre alt, als sie starb, kurz darauf wurde mein Kind geboren. Das Gefühl, dass der Tod durch das Leben und den Lauf der Generationen ersetzt wurde, wurde deutlich. Bei Delta geht es um Zeit, ich bin seit fünf Jahren davon besessen, die Zeit zu fotografieren. Ich habe nach Spuren gesucht, die die Anwesenheit einer Abwesenheit zeigen, wo Leben und Tod unter einer fragilen Grenze zur Außenwelt vibrieren. Ich möchte die Stille der Dinge vermitteln, die nicht gesagt werden, alltägliche Situationen, in denen ein Todesbewusstsein mitschwingt.

…Alle Menschen sind sicherlich mit gelebten Erfahrungen konfrontiert, die in irgendeiner Weise mit dem zu tun haben, was wir als “Zeit” bezeichnen. Grundsätzlich erleben wir die Zeit auf zwei verschiedene Arten. Einerseits besteht sie aus einer scheinbar endlosen Reihe von Wiederholungen: zwischen Tag und Nacht, Sommer und Winter, zunehmendem und abnehmendem Mond, fruchtbaren und unfruchtbaren Zeiten, Ebbe und Flut. Auf der anderen Seite erleben wir die Zeit als etwas Unumkehrbares. Als Menschen wissen wir, dass wir geboren wurden und dass wir sterben werden, dass das Leben auf eine Art und Weise abläuft, die wir nicht kontrollieren können. All diese Bewegungen durch die Zeit, sowohl die linearen als auch die kreisförmigen, werden durch bestimmte mächtige Mittel, die uns zur Verfügung stehen, markiert und kommuniziert: Rituale. Sie sind mächtig, weil sie auf so viel bedeutungsvollere Symbolsysteme zurückgreifen als nur auf Sprachen…

Bei Delta geht es nicht um Personen oder Orte, sondern um fragmentarische Bilder, die das Gefühl vermitteln sollen, dass jeder Teil eines Wurzelsystems ist, und die Bilder sind Symbole für eine Verwicklung.

Meine Arbeitsweise besteht darin, dass ich die meiste Zeit mit den Menschen, die ich fotografiere, zusammenlebe, die ich normalerweise nie zuvor getroffen habe. Mich reizt es, verlassene Haut und verletzte Natur zu fotografieren. Die Verbindung zwischen Mensch und Natur ist immer präsent. Meine fotografische Forschung konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Orten und Menschen. Ich sehe eine große Bedeutung in den kleinen, subtilen Details. Ich achte auf die kleinen Veränderungen in der Körpersprache der Menschen. Ich versuche, das Gefühl einzufangen, dass sich die Dinge unter der Oberfläche abspielen. Als ob die Oberflächenspannung bereit ist, zu platzen. Indem ich bestimmte Motive in den Serien wiederhole, versuche ich, ein Gefühl für emotionale Muster zu schaffen, die sich in einer ständigen Schleife bewegen.” – Hannah Modigh

Auflage von 500 Exemplaren. Jedes Exemplar mit einem signierten Druck.

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