Ute Mahler, Werner Mahler, Ludwig Schirmer - Ein Dorf 1950 – 2022 (signiert)

€68,00

Hartmann 2024

22 × 28,7 cm,
340 Seiten, ca. 220 Abbildungen
Texte von Jenny Erpenbeck, Anja Maier, Steffen Mau, Gary Van Zante
Deutsch/Englisch
Design: Lamm&Kirch, Berlin/Leipzig
Gebundenes Buch

Dieses Buch ist ein Reisebericht der etwas anderen Art. Beim Lesen reist der Betrachter durch die Zeit und bleibt am selben Ort, Berka, einem kleinen Dorf in Thüringen. Das Dorf wurde von drei Fotografen einer Familie über 70 Jahre hinweg – zwischen 1950 und 2022 – fotografiert. Dieses ungewöhnliche Projekt – das Ergebnis mehrerer Zufälle – erzählt uns viel über das Land, das Dorf, seine Menschen und wie sich die Dinge bisher entwickelt haben…

Zufall: Der Berkaer Müllermeister Ludwig Schirmer ist ein begeisterter Hobbyfotograf, der auch nach dem Zweiten Weltkrieg neben seiner Tätigkeit als Müller noch Zeit findet, das Leben im Dorf und auf den Feldern in Bildern festzuhalten, die an andere große deutsche Fotografen seiner Zeit erinnern.
Zufall: 1950 bekommt die Familie Schirmer eine Tochter, Ute, die ihre Kindheit in Berka verbringt.
Zufall: Ute heiratet 1973 Werner, den sie auf dem Gymnasium in Oranienburg kennenlernt. Beide studieren später an der HGB Leipzig und Werner schließt 1977/78 mit Diplom in Utes Heimatdorf Berka ab.
Zufall: 1997 erhält Werner vom STERN den Auftrag, die von Helmut Kohl versprochenen „blühenden Landschaften“ zu fotografieren und 1998 kehrt er für weitere Fotoaufnahmen nach Berka zurück.
2001 stirbt Ludwig Schirmer. Er war in den 1960er Jahren zu einem der bekanntesten Werbefotografen der DDR geworden. In seinem Nachlass tauchen einige Abzüge und zahlreiche Negative seiner Berka-Bilder auf. Ute Mahler und Werner Mahler fertigen in ihrer Dunkelkammer erste Abzüge an und erkennen die künstlerische und dokumentarische Qualität dieser Bilder.
2021/2022, kein weiterer Zufall: Ute Mahler reist immer wieder nach Berka und porträtiert die jungen Menschen im Dorf, die noch nicht einmal geboren waren, als Werner Mahler dort das letzte Mal fotografierte. Es sind die Urenkelinnen oder Ururenkelinnen der Menschen, die Ludwig Schirmer in den 1950er Jahren kannte und porträtierte.
2022/2023 ist das komplett analog und schwarz-weiß fotografierte Langzeitprojekt abgeschlossen und die seit einigen Jahren reifende Idee zum Buch nimmt Gestalt an. Die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck, die Journalistin und Freundin Anja Maier, der Soziologe Steffen Mau (Humboldt-Universität Berlin) und der amerikanische Fotohistoriker Gary Van Zante (MIT, Boston) beschreiben den Ort, die Zeit, die Menschen, die Fotografen und die Aufnahmen. Grafikdesigner Florian Lamm entwickelt mit subtilen Gestaltungsideen ein komplexes Layout, das Bilder und Texte zu einer dichten großen Erzählung formt, die an große literarische, fotografische und filmische Vorbilder erinnert und nun im Jahr 2024 können neugierige Betrachter, Leser und Rezensenten die vielen Bezüge zufällig (oder auch nicht) entdecken!