Rachidi Bissiriou – Gloire Immortelle

€39,00
Stanley Barker 2022

Im Jahr 1968 eröffnete der westafrikanische Fotograf Rachidi Bissiriou in seiner Heimatstadt Kétou in Benin sein Fotostudio, das Studio Plaisir, das er bis zu seiner Schließung im Jahr 2004 betrieb. Der Zeitpunkt war bemerkenswert: Bissiriou war erst 18 Jahre alt und Benin hatte erst acht Jahre zuvor, 1960, seine Unabhängigkeit von der französischen Herrschaft erklärt. Bewaffnet mit einer Yashica-Doppelobjektivkamera dokumentierte Bissiriou diese aufregenden Zeiten und verbrachte die nächsten drei Jahrzehnte damit, Schwarzweißfotos der Einheimischen im Standardformat 6 x 6 cm zu schießen.

Während traditionelle Porträts aus dieser Zeit ihre Motive oft ernst und mit strenger Formalität zeigten, sind Bissirious Bilder bemerkenswert für ihre Einfachheit und eine Frische, die absolut zeitgenössisch wirkt. Aufgenommen vor schlichten Hintergründen oder in der Stadt, in der sie lebten, posierten Bissirious Motive in ihrer eigenen Kleidung, die von traditioneller westafrikanischer Kleidung wie Grand Boubou, Kopftüchern und Ankara Agbadas bis hin zu moderneren Stilen reichen konnte, die auf die Explosion der Jugendkultur der Zeit anspielten. Das Bild von zwei Männern – jeder trägt Hemden bis zum Brustbein aufgeknöpft, dazu Schlaghosen – oder eine Gruppe von drei Frauen mit Sonnenbrille, die stolz mit ihren Handtaschen posieren, zeigen deutlich den Elan der Zeit nach der Unabhängigkeit. Bissirious Geschick bestand darin, eine Verbindung zu seinen Motiven aufzubauen, sie zu beruhigen und ihren angeborenen Sinn für Selbstdarstellung durchscheinen zu lassen. Seine Kamera hielt seine Motive oft in einem Moment stiller Ruhe fest, abwechselnd selbstbeherrscht , nachdenklich und optimistisch.

Bissiriou wollte Fotograf werden, weil er, wie er selbst sagt, „die Freiheit hat, überall hinzugehen“. Zwar lag der Hauptfokus seiner fast dreißigjährigen Fotografie auf den Bewohnern und Familien seiner Heimatstadt, doch seine Bilder sind nicht weniger mitreißend und zeichnen ein lebendiges Bild der westafrikanischen Gesellschaft in einem bahnbrechenden Moment der Transformation.