Hennric Jokeit – Goodhope

€20,00 €45,00

Peperoni Bücher 2018

2009 reiste Hennric Jokeit zum ersten Mal von Zürich nach Kapstadt. In den folgenden sechs Jahren kehrte er häufig zurück und dokumentierte die Hafenstadt und das Touristenziel in seinem unverwechselbaren Fotonegativstil. GOODHOPE, sein neues Buch bei Peperoni Books, fasst diese Bilder zu einer eindrucksvollen Erzählung des Lebens in Südafrikas ältester Stadt zusammen. Das Buch erkundet Kapstadts natürliche Pracht, seinen postindustriellen Charakter und die weit verbreitete städtische Armut.

In Anlehnung an sein vielbeachtetes Debütbuch Negative Vision (2016) irritiert GOODHOPE durch die Betrachtung negativer Bilder. Hennric Jokeit nutzt seine neurowissenschaftliche Expertise, um die visuelle Routine zu unterbrechen und die Wahrnehmung des Betrachters zu intensivieren. Dieser neurokognitive Prozess fördert aktives Sehen und trägt zu der ungewöhnlichen Erfahrung bei, seine Fotografien zu entziffern.

GOODHOPE erweitert die Bandbreite und Thematik von Jokeits fotografischer Praxis. Das Buch enthält Nahaufnahmen von Männern und Frauen in Kapstadt, die ohne Obdach und ohne so grundlegende Dienstleistungen wie Wasser leben. Im Kontext von GOODHOPE unterstreichen die Porträts die Kritik des Buches an dieser neoliberalen Stadt. Diese Porträts wurden mit einer – für Melanin unempfindlichen – Infrarotkamera aufgenommen und im Silber-Duoton-Verfahren auf schwarzem Papier gedruckt.

GOODHOPE enthält einen Essay des südafrikanischen Kunstkritikers Sean O'Toole. Er verfolgt die Transformation Kapstadts von einem Agraraußenposten des Imperiums zu einem Industriezentrum, das auf einem rücksichtslosen kapitalistischen Ethos gründet. Der Essay diskutiert auch Jokeits diagnostischen Blick und seine Beziehung zur Tradition der medizinischen Fotografie in der Kunst.